Staiger der Observer

Blog für Politik, Zeitgeschehen und Unterhaltungskultur. Große Literatur und niedere Instinkte. Fotos, Schnipsel und Reportagen vom Rande der Gesellschaft. No Fear!
Dez. 22 '11

Der Mann der Woche: Christian Wulff

Nach der etwas lahmen Erklärung von heute Nachmittag, die uns aus dem Hause Bellevue erreicht hat, war ich etwas enttäuscht.

Dabei kann Christian Wulff durchaus klare Worte finden, wenn er nur will. Hier ein paar Beispiele aus der Vergangenheit. Allerdings ging es da nicht um ihn, sondern um andere.

Über Gerhard Glogoswski, der damals Ministerpräsident von Niedersachsen war, sich seine Hochzeitsfeier von einem “guten Freund” bezahlen ließ und deshalb unter Beschuss geriet, sagte Wulff: Er hat sich verheddert in einem Geflecht von Beziehungen, zu denen er nicht die notwendige Distanz gehabt hat. Eine wichtige Voraussetzung für das Amt […] Es gibt beim Ministerpräsidenten Glogowski kein Unrechtsbewusstsein, keine Einsicht in mangelnder Abgrenzung privater und dienstlicher Belange”.  

Ebenfalls über Glogowski, der sich von einem Niedersäschsischen Unternehmen private Urlaubsreisen finanzieren ließ, sagte Wulff: “Die persönliche Vorteilsnahme in Form einer offenbar durch ein niedersächsisches Unternehmen finanzierten privaten Urlaubsreise wäre mit dem Amt des Ministerpräsidenten nicht vereinbar. Herr Glogowski verliert seine Unabhängigkeit und damit seine politische Handlungsfähigkeit.

Über die sogenannten Dienstwagen Affäre von Ex-Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, die aufgrund der Affäre zurücktreten musste, sagte Wulff: “Was privat ist, muss privat gezahlt werden.

Über Johannes Rau, der im Jahr 2000 ebenfalls einmal Bundespräsident war und wegen Ptivatflügen, die angeblich von der West-LB bezahlt worden waren, in die Kritik kam, sage Wulff: “Ich leide physisch darunter, dass wir keinen unbefangenen Bundespräsidenten haben […] Es ist tragisch, dass Deutschland in dieser schwierigen Zeit keinen unbefangenen Bundespräsidenten hat, der seine Stimme mit Autorität erheben kann.

Über Christian Wulff, Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, der wegen eines verheimlichten Privatdarlehens von einer befreundeten Unternehmer-Gattin, mehrerer von Niedersächsischen Unternehmer bezahlten Privaturlaubsreisen und einer geschenkten Anzeigenkampagne in die Kritik geraten war, sagte Wulff: “Mir ist klargeworden, wie irritierend die private Finanzierung unseres Einfamilienhauses in der Öffentlichkeit gewirkt hat.[…] Das war nicht geradlinig, und das tut mir leid. […] Ich sehe ein: Nicht alles, was juristisch rechtens ist, ist auch richtig.”

Ich würde sagen: Der Typ ist ein Genie!


6 Anmerkungen Kommentare anzeigen

  1. fischkombinat hat diesen Eintrag von staiger gerebloggt
  2. skaphander hat diesen Eintrag von staiger gerebloggt
  3. von staiger gepostet
Blog-Kommentare powered by Disqus